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Erneuerbare Energien

Photovoltaik in Regensburg: vier Irrtümer und was wirklich zählt

Zu neblig, kein Dach, Einspeisen lohnt, Altstadt tabu? Was an vier PV-Irrtümern in Regensburg dran ist.

3 Min. Lesezeit

Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach im Abendlicht

Über Photovoltaik in Regensburg kursieren ein paar hartnäckige Annahmen. Vier davon lohnt es sich zu prüfen, bevor Sie Angebote einholen – oder das Thema vorschnell abhaken.

Irrtum 1: „Im Donautal ist es zu neblig“

Der Herbstnebel über der Donau ist real, kostet übers Jahr aber wenig. Entscheidend ist die Jahressumme, und die ist in Ostbayern ordentlich: Ein Kilowatt-Peak (kWp) auf einem nach Süden geneigten Dach liefert in Regensburg grob 950 bis 1.050 Kilowattstunden im Jahr, Ost-West-Dächer etwas weniger, dafür gleichmäßiger über den Tag verteilt. Ein Reihenhaus in Burgweinting mit 6 kWp erzeugt damit mehr, als ein Dreipersonenhaushalt verbraucht.

Irrtum 2: „Ohne eigenes Dach geht nichts“

Mehr als die Hälfte der Regensburger Haushalte besteht aus einer Person, viele wohnen zur Miete. Für sie gibt es das Balkonkraftwerk: bis zu 800 Watt Wechselrichterleistung, Module bis 2.000 Watt, Anmeldung nur noch im Marktstammdatenregister. Seit Herbst 2024 zählt Steckersolar zu den privilegierten Maßnahmen – Vermieter und Eigentümergemeinschaften dürfen es nicht mehr pauschal ablehnen, nur noch über das Wie mitreden. Ein alter Zähler, der rückwärts läuft, wird vom Netzbetreiber getauscht.

Irrtum 3: „Einspeisen bringt das meiste“

Umgekehrt: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom zum vollen Tarif, jede eingespeiste bringt nur die Vergütung. Ohne Speicher nutzt ein Einfamilienhaus etwa ein Drittel seines Solarstroms selbst, mit einem Batteriespeicher von grob einer Kilowattstunde je kWp steigt der Anteil auf 60 bis 70 Prozent. Wer Wäsche und Spülmaschine in die Mittagsstunden legt oder ein E-Auto an der Wallbox lädt, kommt auch mit kleinem Speicher weit.

Irrtum 4: „In der Altstadt ist Solar ohnehin verboten“

Die Welterbe-Altstadt mit ihren rund 960 Baudenkmälern ist der heikelste Standort, aber kein Verbotsgebiet. Seit der Novelle des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes 2023 sind Solaranlagen auf Denkmälern leichter genehmigungsfähig; in Regensburg entscheidet die Untere Denkmalschutzbehörde im Einzelfall. Realistisch sind nicht einsehbare Dachflächen zum Innenhof oder matte, dachintegrierte Module. Fragen Sie vor der Planung, nicht danach.

Was immer zählt: Anmeldung und Zählerplatz

Dachanlagen meldet der ausführende Elektrofachbetrieb beim Netzbetreiber an – im Stadtgebiet bei der Regensburg Netz GmbH, einer Tochter der REWAG, in vielen Umlandgemeinden bei der Bayernwerk Netz GmbH. Dabei zeigt sich oft, dass der Zählerschrank aus den 1970er-Jahren keinen Platz für Zweirichtungszähler, Überspannungsschutz und Hauptschalter bietet. Seibel365 sitzt selbst in Regensburg und vermittelt Ihnen für Zählerschrank, Anschluss und Inbetriebnahme einen Betrieb aus dem Partnernetzwerk – mehr unter Elektroinstallation.

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